Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Dokumente geschrieben oder erstellt, nicht entwickelt. Ein Dokument zu entwickeln bedeutet für mich, es schrittweise aufzubauen.
Robert Bruckbauer

Ein einigermaßen komplexes Software-Produkt ohne Dokumentation ist für mich nicht vorstellbar. Jedoch können oder müssen wir uns über den Prozess der Erstellung der Dokumentation Gedanken machen. Das geht aber nicht mit jeder Art von Dokumentation.

Dokumente können wir ganz grob in Projekt- und Produktdokumentation einteilen. Die Beschreibung einer Aufgabe in einem Backlog, eine Anforderung an das Produkt, Anweisungen, Richtlinien, Analysen, Protokolle, Abstimmungen, etc. sind Teil der Projektdokumentation.

Die Verwaltung und Bewertung einer Anforderung ist nicht Teil der Methode CARDS+. Das Ergebnis der Anforderungsanalyse wird jedoch mit den Bausteinen Epic und Case angemessen in der Produktdokumentation dokumentiert

Für die Erfassung und Steuerung von Aufgaben in einem Backlog bietet CARDS+ keinen Baustein an. Mit den Bausteinen Case und Layout kann jedoch wichtiges Wissen für eine Aufgabe frühzeitig und strukturiert für die Produktdokumentation erfasst werden.

Im Projektalltag finden laufend Abstimmungen statt. Ein Prinzip des agilen Manifests besagt, dass die effizienteste und effektivste Methode, Informationen an und innerhalb eines Entwicklungsteams zu übermitteln, ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht ist. Abstimmung mit großer Tragweite führen zu Entscheidungen, die es wert sind, dokumentiert zu werden. CARDS+ bietet dafür den Baustein Decision an.

Projektdokumentation ist unverzichtbar für das Aufrechterhalten unserer Prozesse und der Kommunikation in der Projektorganisation.

CARDS+ bietet für die Projektdokumentation keine Lösung!

Die Artenvielfalt ist einfach zu vielfältig, die Bedürfnisse der interessierten Parteien zu unterschiedlich und die Lebensdauer der Dokumente sehr oft zu gering für einen wirtschaftlich vertretbaren Ansatz einer Standardisierung.

Ganz anders verhält es sich mit einer Produktdokumentation. Sie wird über die gesamte Lebenszeit eines Produktes gebraucht. Ein Produkt entsteht, indem Visionen und Ideen in Software transformiert werden. Testfälle sichern die Qualität der Software ab. Konzepte, Spezifikationen und Handbücher geben Einblick in die Funktionen des Produktes für Nutzer, Betreiber und Entwickler der Software. CARDS+ will eine Projektorganisation in die Lage versetzen, eine angemessene, korrekte und vollständige Produktdokumentation für alle Zielgruppen zu erstellen und über die gesamte Lebenszeit des Produktes in gleichbleibender Qualität zu pflegen. Die Dokumentation braucht dafür eine prüfbare Struktur mit aufeinander aufbauenden und auf ihren Zweck ausgerichtete Bausteine.