In der Systembeschreibung geht es konkret um den Versuch, das fachliche Produktwissen vollständig und widerspruchsfrei zu erfassen. Sie besteht aus der lückenlosen Dokumentation des Problemraumes, in dem sich die Nutzer des Systems bewegen, also aller Anwendungsfälle, Sonderfälle und Fehlerfälle der Funktionalität des Systems. Mit der Systembeschreibung erfassen wir präzise die Gesamtheit der Anforderung an das Produkt, die tatsächlich umgesetzt wurden.

Die Systembeschreibung ist jedoch keine Anforderungsdokumentation. Sie ist vielmehr die Interpretation der Anforderung im Rahmen des Produktes.

Zur Systembeschreibung zählen auch “Verständnismodelle”, die wichtige Informations- und Nachrichtenobjekte aus fachlicher Sicht erklären. Fachklassenmodelle und bei nachrichten-orientierten Systemen Nachrichtenmodelle bilden gemeinsam mit dem Glossar die Grundlage für die gemeinsame Sprache im Projekt.

Die wichtigsten Kriterien für eine Systembeschreibung sind:

Richtig ist eine Systembeschreibung, wenn es das fachliche Produktwissen korrekt erfasst. Sie ist das Ergebnis der gemeinsamen Anstrengung aller Projektmitarbeiter und muss im Rahmen der agilen Prozesse im Projekt leistbar sein. Sprachliche Richtigkeit (Orthographie, Grammatik, Ausdruck) der Texte wird in der Projektsprache vorausgesetzt.

Vollständig ist eine Systembeschreibung, wenn es das gesamte Produktwissen beschreibt. Damit Autoren diese Aufgabe im Projekt erfüllen können, müssen sie die Inhalte kompakt gestalten. Ein Glossar mit Erklärung der Fachbegriffe ist eine große Hilfe.

Eine klare, übersichtliche Darstellung der Inhalte trägt wesentlich zur Akzeptanz der Systembeschreibung und damit letztlich auch zur Akzeptanz des Produktes bei. Eine richtige und vollständige Systembeschreibung nützt einem Leser nicht viel, wenn er die benötigten Informationen nur mühsam und umständlich mit erheblichem Zeitaufwand finden kann. Die Verwendung eines Wiki machen es den Lesern leicht, die notwendige Information schnell zu finden.

Eine Systembeschreibung ist dann verständlich, wenn der Leser die richtig und vollständig und auch in übersichtlicher Form dargestellten Inhalte gut versteht. Die Beschreibungen orientieren sich dabei an der Sachkenntnis der Leser in ihren unterschiedlichen Rollen (z.B. Analyst, Entwickler, Tester).

Im Unterschied zum Pflichtenheft wird die Systembeschreibung nicht vor der Realisierung, sondern während der Realisierung mit einem agilen Ansatz geschrieben.

Eine Systembeschreibung ist im Grunde genommen eine Art Fachkonzept, dass inkrementell erstellt wird und sich mit jedem Produktinkrement ändert. Im Normalfall wächst sie mit dem Produkt. Verliert ein Produkt Funktionalität, wird auch der entsprechende Teil der Systembeschreibung entfernt. Die Systembeschreibung umfasst außerdem einen Überblick über die Benutzeroberflächen der für Nutzer des Systems sichtbaren Apps, Web- oder Desktop-Anwendungen. Eine detaillierte Beschreibung der Anwendungen wird aber nur durch das Benutzerhandbuch erreicht.


Wikipedia: Pflichtenheft

Das Pflichtenheft beschreibt in konkreter Form, wie der Auftragnehmer die Anforderungen des Auftraggebers zu lösen gedenkt – das sogenannte wie und womit. Der Auftraggeber beschreibt vorher im Lastenheft möglichst präzise die Gesamtheit der Forderungen – was er entwickelt oder produziert haben möchte.


Wikipedia: Fachkonzept

Im Speziellen beschreibt das Fachkonzept die funktionalen Anforderungen an eine Software und zeigt deren anwendungsbezogenen Nutzen auf. Es beschreibt die Funktionalität primär aus Sicht des Anwenders und Systemeigentümers. Es enthält Aussagen über Informationen, Regeln, Funktionen und Verarbeitungsschritte, die das zukünftige System enthalten muss. Es können auch nichtfunktionale Anforderungen wie Gebrauchstauglichkeit, Bedienbarkeit, Nachvollziehbarkeit der Verarbeitungsschritte und Testbarkeit gestellt werden.