Der Reise-Butler ist die Smartphone-App für den wissbegierigen Reisenden und Fallbeispiel für die Methode CARDS+.


Agil bedeutet flink oder beweglich und bezieht sich darauf, schnell auf geänderte Rahmenbedingungen zu reagieren. Bei der Entwicklung soll der Fokus mehr auf den zu erreichenden Zielen liegen und auf technische und soziale Probleme bei der Softwareentwicklung eingegangen werden. Fokussierung ist ganz besonders wichtig. Moritz will daher das Projektziel so gut wie möglich beschreiben. Zusätzlich schafft er so eine Grundlage für das Pflichtenheft der Studenten. Er möchte vermeiden, dass ein Teil der Arbeitszeit des Teams verloren geht für eine Alibi-Dokumentation, wie er sie schon häufig erlebt hat. Dazu wird er aufbauend auf den Topics, die er für das Kickoff angelegt hat, den Baustein Epic zur weiteren Detaillierung der Anforderungen an den Reise-Butler verwenden.

Mit dem Topic Wissen will Moritz beginnen. Er stellt sich die Frage, welche Informationen für einen Reisenden vor Reiseantritt, während der Fahrt und am Zielort hilfreich sind. Spontan denkt er an Sehenswürdigkeiten. Er erinnert sich an die Grundidee des Reise-Butlers, Reisende während ihrer Fahrt über vorbeiziehende Gebäude oder Landschaften zu informieren. An Umstiegsorten sind Kenntnisse über Gastronomie in der Nähe wichtig. So kann ein Reisender entscheiden, ob er lieber das Angebot im Zug annimmt oder doch lieber am Bahnhof einkehrt, wenn er ausreichend Zeit hat. Bei einer ungeplanten Unterbrechung der Reise durch Verspätung oder Ausfall kann der Reisende schnell Bedarf an einer Unterkunft haben. Niemand wünscht sich eine Nacht am Bahnhof, wenn es um die Ecke ein Hotel gibt. Am Zielort endet eigentlich die Unterstützung durch den Reise-Butler. Allerdings kann der Reisende unterstützt durch die App seinen ersten Tag in Ruhe vorbereiten. Als Tourist interessieren ihn Museen, Theater oder andere Freizeitangebote. Kommt er spät an, kann er bereits während der Fahrt seinen Abend planen.

Moritz erinnert sich an die Wichtigkeit des Glossars. Er beschließt, Kategorien für das Wissen zu schaffen. Jede Kategorie erfasst er zuerst im Glossar. Gastronomie wird der Sammelbegriff für Restaurant, Gasthaus, Bistro und Imbiss. Sehenswürdigkeiten teilt er in Gebäude, Freizeitangebote und Landschaft auf. Moritz macht sich auch die Mühe, jeden Begriff in Wikipedia nachzuschlagen. Gibt es einen Eintrag, dann übernimmt er die Kurzbeschreibung als Zitat und fügt eine Verknüpfung mit dem Wikipedia-Artikel ein. Natürlich kann jeder Leser später selbst Wikipedia aufrufen. Aber die fünf Minuten, die Moritz dafür braucht, sind gut investierte Zeit. Vielen Lesern reicht oft schon die Kurzbeschreibung. In diesem Fall braucht der Leser Wikipedia nicht mehr aufrufen. Dieses Vorgehen ist auch eine Absicherung, falls ein Wikipedia-Artikel entfernt, umbenannt oder gelöscht wird. Der Link ist zwar kaputt, das Zitat ist aber noch vorhanden.

Die Seite ist so gestaltet, dass nicht nur die Begriffe mit den Stichworten gelistet werden, sondern auch eine kurze Erklärung zu jedem Begriff angezeigt wird.

Für diesen Sammelbegriff gibt es nicht nur eine Reihe von Artikeln in Wikipedia (Gaststätte, Restaurant, Cafe), sondern auch eine Definition des deutschen Hotel- und Gastgewerbe DEHOGA.

So schaut in der Regel ein Glossareintrag aus. Die für das Produkt gültige Definition wird durch eine Verknüpfung zu einem Artikel in Wikipedia ergänzt.

Aufbauend auf diesen Kategorien von Wissen erfasst Moritz seine Gedanken mit dem Baustein Epic. Im Abschnitt Motivation vermittelt er einen Überblick und beantwortet die Frage, warum der Reisende diese Informationen braucht. Durch die exakte Beschreibung der Kategorie im Glossar muss er den Begriff nicht mehr erklären. Die Verknüpfung mit dem Eintrag im Glossar reicht. Ein wichtiger Aspekt im Baustein Epic ist die Abgrenzung. Es ist die ideale Ergänzung zur Motivation. Moritz nutzt die Abgrenzung für eine Aufzählung von Gedanken, die er verworfen hat. Es entsteht später beim Team nicht der Eindruck, dass er etwas vergessen haben könnte. Kein Wissen geht mehr verloren.

Gastronomie ist ein weites Feld mit großer Variantenvielfalt. Eine Abgrenzung bezogen auf das Produkt ist darum eine Auflistung von Annahmen, welche Aspekte der Gastronomie für das Produkt aktuell keine Rolle spielen.

Gebäude sind im Vergleich zu Gastronomie eine eher klare Sache, zumindest von außen betrachtet. Der Hinweis «Keine» im Abschnitt Abgrenzung bestätigt diese Annahme.

Auf diese Art und Weise verfährt er auch mit den anderen Aufgabenbereichen Reise, Fahrplan und Fahrt. Für Moritz ist aber ein Punkt ganz wichtig. Die Dokumentation soll leben. Sie muss leben, wenn die Qualität gut sein soll. Er muss es schaffen, dass das Team ihre eigene Motivation und Abgrenzung in den Epics einbringt. Darum möchte er den nächsten Schritt, die weitere Detaillierung der Anforderungen mit den Bausteinen Epic und Case, unbedingt gemeinsam mit dem Team machen.

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