Diese Internationale Norm wendet den prozessorientierten Ansatz an, der das Planen-Durchführen-Prüfen-Handeln-Modell (englisch: Plan-Do-Check-Act) sowie risikobasiertes Denken umfasst.
ISO 9001, Kapitel 0.1

Das bedeutet, dass ein qualitätsorientiertes Unternehmen seine Prozesse genau kennen muss. In Gedanken zähle ich die Prozesse auf, die mir sofort einfallen, weil ich selbst beteiligt bin. Der von uns gelebte agile Entwicklungsprozess mit Scrum. Eh klar. Der Prozess zur Lenkung von Anforderungen bei einem unserer Kunden, für den ich als Berater tätig bin. Auch klar. Die Erfassung meiner Arbeitszeit und der Abrechnungsprozess. Die Weiterbildung.

Je mehr ich über meine eigenen Tätigkeiten nachdenke, desto mehr frage ich mich, welche anderen Prozesse es noch gibt.

« Welche Prozesse lebt mein Chef? »

« Wer organisiert die Büroreinigung? »

« Was passiert, wenn die Alarmanlage eine Störung hat? »

Schnell wird mir klar, dass es mehr Prozesse in einem Unternehmen gibt, als man im ersten Moment annimmt. Gerade jene häufig als “trivial” bezeichnete Prozesse, die einem nicht sofort einfallen, die nur einmal im Jahr oder nur bei Störungen durchgeführt werden, sind nicht selten Wissensinseln bei einzelnen Personen im Unternehmen. Denkt man darüber nach, wird schnell klar: Das ist ein Risiko für die Qualität der Ergebnisse solcher Prozesse.

Ein Prozess ist daher der erste Baustein, den ich identifiziert habe. Ein Prozess

  • hat einen Titel
  • hat einen Zweck
  • verfolgt Qualitätsziele
  • birgt Risiken
  • eröffnet Chancen
  • ist eine Abfolge von Tätigkeiten
  • betrifft Beschäftigte
  • erfordert Befugnisse
  • hat einen Besitzer

Mit diesem Katalog an Eigenschaften ergibt sich für die QM-Dokumentation ein doch recht komplexer Baustein mit Abhängigkeiten zu weiteren Bausteinen.