CARDS+

Category: Qualität (page 1 of 2)

Qualität sichtbar machen

In einem Vortrag über Herausforderungen und Ergebnisqualität der Pflege im Gesundheitswesen des 21. Jahrhundert war das Motto «Gutes tun und es gut tun». Die Autorin hat gleich zu Beginn ein paar sehr gute Fragen gestellt, die ich für die Methode CARDS+ und für die Frage der Autoren nach der Qualität einer Produktdokumentation adaptieren konnte:

  1. Wie wissen wir, dass wir es «gut tun»?
  2. Wissen alle Entwickler und Tester im Projekt, dass wir es «gut tun»?
  3. Weiß die Betriebsorganisation, dass wir es «gut tun»?
  4. Wissen die Stakeholder und Nutzer, dass wir es «gut tun»?

Die Antwort bei Punkt 1 ist noch leicht zu beantworten. Im agilen Umfeld, speziell bei Scrum, gibt es die sogenannte «prime directive»:

Regardless of what we discover, we understand and truly believe that everyone did the best job they could, given what they knew at the time, their skills and abilities, the resources available, and the situation at hand.
Norman L. Kerth

Punkt 1 ist unser Ziel und wir glauben fest daran, dass jeder sein bestes dazu tut. Schaffen wir es, alle Personengruppen als Leser unserer Produktdokumentation zu gewinnen, dann können wir jede Frage mit einem klaren Ja beantworten.

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Qualität durch Beschränkung

Agile Entwicklung mit Scrum hat aus gutem Grund Regeln, die alle einzuhalten sind. Scrum ist es nur, wenn die drei Rollen Product-Owner, Scrum-Master und Team besetzt sind, das Team in regelmäßigen Sprints ein Product-Backlog abarbeitet und kontinuierlich Produktinkremente liefert. Jeder Sprint wird gemeinsam geplant (Refinement, Planning). Am Ende jedes Sprints gibt es eine Präsentation der Sprint-Ergebnisse (Review). Nur so funktioniert Scrum. Eine Vereinfachung (z.B. Weekly statt Daily) birgt das Risiko, dass das Vorgehen nicht mehr die gewünschten Ergebnisse liefert. Jede grundsätzliche Veränderung führt dazu, dass die Methode nicht mehr funktioniert. Die Änderung der Sprint-Ziele während des Sprints wird gerne als besonders agil bezeichnet. Mit Scrum hat diese Art der Agilität aber nichts zu tun.

Gleiches gilt auch für CARDS+. Die Struktur des Wiki, die Bausteine und Prinzipien und Praktiken sind aufeinander abgestimmt. Nur im Wiki kann inkrementell dokumentiert werden. Die Bausteine sind so gestaltet, dass Wissen schrittweise erfasst wird, vom Groben ins Feine. Code und Test werden berücksichtigt und definieren die Grenzen der Produktdokumentation.

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Qualität ist Kopfsache

Ein ganz wesentliches Ziel der Methode CARDS+ ist die Qualität der Inhalte. Prinzipien und Praktiken der Methode sollen unter anderem Autoren die Pflege einer Produktdokumentation im Wiki so einfach wie möglich machen. Die wohl wichtigsten Leitsätze sind:

  • Erfasse jede Information nur an einer Stelle im Wiki.
  • Erfasse nur jene Information, für die es Leser gibt.
  • Erfasse keine Information im Wiki, die an einer anderen Stelle bereits ausreichend beschrieben wurde.
  • Lass jede Änderung mindestens einmal prüfen.
  • Ignoriere keinen Fehler.

Beachten wir sie nicht, ist es sehr wahrscheinlich, dass Inhalte im Wiki sprichwörtlich verderben. Das Schlimme an den verdorbenen Dokumenten ist, dass wir sie niemals sofort erkennen.

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Qualität braucht Kompetenz und Verantwortung

“Code smells”, sagte Kent Beck. Bei übel riechendem Code handelt es sich allgemein um Code, der einer gemeinsamen Vorstellungen von guter und lesbarer Programmierung nicht entspricht. Gleiches gilt auch für Texte einer Produktdokumentation im Wiki. Sie brauchen eine Struktur. Kein Scrum-Team braucht literarisch wertvolle Werke. Texte werden von ihnen genutzt, um ein technisches System zu entwerfen und bauen. Wortwiederholungen sind auf jeden Fall gewünscht, Begriffe werden immer gleich benutzt, Doppeldeutigkeiten vermieden.

Ein Wiki ist ein Werkzeug, mit dem die Dokumentation für ein Software-Produkt schnell und sicher erstellt werden kann. Die Methode CARDS+ stellt sicher, dass diese Dokumentation in hoher Qualität dauerhaft erhalten bleibt. Sowohl Werkzeug als auch Dokumentation müssen gepflegt werden. Ein Gärtner ist eine Person, die dafür Verantwortung übernimmt.

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Was ist mit der Hygiene?

Hygiene ist der Sammelbegriff für Maßnahmen zur Erhaltung der Sauberkeit. Die Methode CARDS+ definiert solche Maßnahmen im Zusammenhang mit der Erstellung und Pflege einer Produktdokumentation.

12 Was ist mit der Hygiene

Ich habe mich in einem früheren Beitrag mit der Frage beschäftigt, was mit der Qualität von Dokumenten passiert, die wir in einer irgendwie gearteten Ablage für eine gewisse Zeit speichern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder hervorholen. Ein Dokument verliert immer mehr Qualität, je länger es unverändert liegen bleibt, während sich das Produkt weiterentwickelt. Es verdirbt. Schlimm an verdorbenen Dokumenten ist, dass wir sie nicht als solche erkennen.

Was bedeutet aber Hygiene für eine Produktdokumentation?
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Auf was müssen wir achten?

Ich lernte in einem stark dokumenten-getriebenen klassischen Vorgehensmodell, wie ich als Entwickler Studien, Grob- und Fachfeinkonzepte verwenden kann. Später erlebte ich während der Transition des gleichen Projektes in ein agiles Vorgehensmodell, wie ein schnell wachsendes Wiki mit allen Freiheiten für die Autoren zu einer unstrukturierten Informationshalde wurde. Auf diese Weise verschaffte ich mir einen sehr guten Eindruck einer Entwicklung mit “formal abgenommenen funktionalen Aktenbergen” und mit individuell erstellten “fachlichen Artikelsammlungen” in einem “wild wuchernden” Wiki.

Vorgaben in Form von Regeln, Richtlinien, Prinzipien und Praktiken werden im Projekt immer im Zusammenhang mit einer Methode eingeführt. Die Methode stellt sicher, dass die Vorgaben gut mit dem Prozess und den Zielen der Projektorganisation harmonieren. Das gilt sowohl für agile wie auch nicht agile Methoden.

12 Wieviele Regeln brauchen wir

Die Erstellung und Pflege einer Produktdokumentation mit der Methode CARDS+ kann nur mit einem Wiki gelingen. Nur so kann Teamwork und Feedback entstehen, wie es für die Qualität der Inhalte notwendig ist.

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